Ich war schon immer ein Kind der Malerei. Jede freie Möglichkeit nutzte ich, um mir mit Zeichnen oder Malen die Zeit kreativ zu gestalten.

Im Kindergarten hatten wir einmal die Aufgabe, ein Bild zum Thema „Hochzeit“ zu malen; unsere Kindergartenlehrerin freute sich auf ihre eigene, bevorstehende Hochzeit. Und siehe da: Meine Zeichnung einer Hochzeitsgesellschaft wählten sie und ihr zukünftiger Mann aus, um daraus ihre Vermählungsanzeige zu gestalten. Ich musste mich wohl ganz schön stolz gefühlt haben.

Jahre später sollte ich meine ehemalige Kindergartenlehrerin wieder treffen. In unserer Stadt stellte sie – unterdessen tätig als freischaffende Künstlerin – ihre wunderbaren Bilder aus und lud mich zur Vernissage ein. Schwelgend in „alten“ Geschichten unseres gemeinsamen Weges – ich hatte diese schöne Episode längst vergessen – erzählte sie mir die Geschichte um meine damalige Zeichnung. Die Erinnerung kam jedoch erst wieder, als ich besagtes Stück Zeitgeschichte in den Händen hielt. Sie schenkte es mir.

Das hat mich sehr bestärkt in meinem ganzen künstlerischen Tun.

Zu meiner eigenen ersten Hochzeit bekamen wir von unserer Trauzeugin ein hölzernes Gästebuch geschenkt; selbst bemalt in der Technik der Bauernmalerei. Ich war davon so begeistert, dass ich dies auch erlernen wollte. Zwei Jahre sollten jedoch fast vergehen, bis dazu der richtige Zeitpunkt gekommen war. Wenige Monate vor der Geburt meines 2. Kindes startete ich hochschwanger dieses Experiment. Ein Experiment, das – wie es sich später herausstellte – zu einem grossen Lebensinhalt werden würde.

Wie Sie sehen, hat es mich gepackt und nie mehr losgelassen. Gut zwei Jahrzehnte sind seither durchs Land gezogen. Und noch immer bin ich „Feuer & Flamme“ für die Bauernmalerei, die mir auch schon manch schöne, liebe Kontakte bescherte. Sie wurde zu meiner Passion. Auf der Basis meiner Liebe zur Malerei, zur Folklore und zum Ursprung ist diese Leidenschaft aufgebaut. Es erfüllt mich mit Stolz, mit meiner Kunst einen kleinen Teil auch des schweizerischen Brauchtums leben zu können. Sie verbindet mich innovativ mit der Tradition.

Tochter und Sohn unterdessen erwachsen, mein zweiter Ehemann mein grösster Fan und Kritiker, nimmt mich meine Erwerbstätigkeit als Arztsekretärin gross in Anspruch. Dennoch widme ich möglichst viel meiner freien Zeit meiner Malerei. Ich habe das Glück, in unserer Wohnung ein eigenes Zimmer „mein Atelier“ nennen zu dürfen, in welchem ich wie sonst nirgends vom manchmal zu hektischen Alltag Abstand nehmen, runterfahren und auftanken kann. So wie in der Familie und der Natur.